FEMALE FOUNDERS

 

Tasse, Begin, Start, Gründung, unsplash.com, Danielle Macinnes
Erfolgserlebnisse und persönliche Weiterentwicklung, Heulattacken und Streit mit der Familie – all das gehört zur Gründung eines Unternehmens. Bei der Paneldiskussion Female Founders von Stella und Hannu standen solche Geschichten im Mittelpunkt. Die Sprecherinnen Johanna Illgner, Linda Dröge und Nastassja Brand sprachen über persönliche Tiefschläge, und wie sie mit ihnen umgegangen sind.

Der Abend hat mir gezeigt: Gründungsgeschichten reichen von der Planung mit detailliertem Businessplan, über die Übernahme des Familienbetriebs bishin zur mehr oder weniger ungeplant-spontanen Gründung eines Online-Kuchen-Versands. So vielfältig ihre Geschichten waren, sie hatten doch gemein, dass sie alle spezielle Herausforderungen meistern mussten. Nicht nur den Mut zum Gründen zu finden, war ein großer Schritt, sondern auch das Abschließen erster Verträge.

Eine Gründung als Stresstest für die Freundschaft

Es ging in der Diskussion nicht nur um die Organisation des eigenen Arbeitsalltags als Gründerin und die verschiedenen Schritte bis zur Realisierung. Auch zwischenmenschliche Probleme sprachen die Gründerinnen an.

Johanna gründete Plan W mit einer Freundin, und merkte bald, dass ein gemeinsames Unternehmen auch zur Belastungsprobe für eine Freundschaft werden kann. Ebenso begann es bei Linda. Sie kann es sich heute nicht mehr vorstellen, einen Betrieb mit so vielen Frauen zu führen – sodass ein Mann es dort länger als ein paar Wochen aushielt. Sie startete ihr Unternehmen Kuchen im Glas von Zuhause aus – neben ihrem Vollzeit-Job. Nachts brachte sie ihre Kuchen mit dem Bollerwagen zur Packstation und verschickte sie in ganz Deutschland. Heute hat sie die meisten Prozesse automatisiert und widmet sich neben der Gründungsberatung nun neuen Projekten.

Fake it till you make it

Auch Nastassja musste sich zunächst in ihrer neuen Position als Leiterin des Familienbetriebs Radsport Brand zurechtfinden. Sie musste sich nicht nur mit der eigenen Familie auseinandersetzen, sondern erzählte auch davon, wie sie gleichzeitig Führungsqualitäten entwickelte: Wie gehe ich mit den Beschäftigen um? Wie verteile ich die Umsätze? Heute plant sie einen Neubau ihres Ladens und steht dabei neuen Hindernissen gegenüber. In den Besprechungen der Stadt versteht sie bei den Themen wie Leitungsbau zur Wasserversorgung und architektonischen Vorgaben momentan nur Bahnhof. Jedoch ist auch hier ein kompetentes und sicheres Auftreten der Schlüssel zum Erfolg. „Fake it till you make it“ ist hier das Motto der Gründerinnen. Sie kann sich heute nicht vorstellen, wieder als Angestellte zu arbeiten und wächst an den Herausforderungen, die vor ihr liegen.

Die Paneldiskussion mit Nastassja, Hannu, Johannah und Linda (v.l.n.r.).

Mich haben die drei Gründerinnen mit ihrem Witz, ihrem Können und ihren persönlichen Geschichten zum Nachdenken angeregt. Ich hoffe, dass den Gästen von diesem Abend nicht nur die sengende Hitze im Transferzentrum im Gedächtnis bleibt, sondern dass auch ihr Gründungsspirit übergesprungen ist. Die Offenheit, mit der die Sprecherinnen von der eigenen Entwicklung und auch Selbstfindung erzählten, hat bei mir einen tiefen Eindruck hinterlassen. Daraus kann ich für mich in jedem Fall mitnehmen, dass eine ordentliche Portion Mut zur Gründung gehört und der Weg mit Sicherheit nicht immer einfach sein wird. Am Ende des Weges wartet dabei allerdings nicht nur die Verwirklichung eines Traums, sondern auch eine Menge an Wissen über die eigenen Stärken und Schwächen.

Die Frage bleibt, wie dieser Weg aussieht und ob man ihn direkt zuversichtlich beschreitet oder erst zögerlich ein Schritt nach dem anderen geht. Soviel ist jedoch sicher, Stillstand gibt es bei keiner der Gründerinnen.

Stella Hammon, Team, Transfer Together
Stella Hammon

Stella unterstützt als studentische Hilfskraft Hannu im Bereich Innovation & Gründungskultur. Dabei stellt sie auch mal eigene Veranstaltungen auf die Beine, wie die Paneldiskussion Female Founders.

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