5 FRAGEN AN MARKUS GOMER

 

In der neuen Rubrik „5 Fragen an“ stellen wir zukünftig mit kurzen fünf Fragen Personen aus dem Umfeld von TRANSFER TOGETHER vor. Den Auftakt macht Dr. Markus Gomer, Leiter des Bereichs Bildung, Gesundheit und Arbeitsmarkt der Metropolregion Rhein-Neckar GmbH.
Welche Bedeutung hat Transfer für die Metropolregion Rhein-Neckar und weshalb engagiert sie sich gemeinsam mit der Pädagogischen Hochschule für dieses Thema?

Einer der zentralen Erfolgsfaktoren im Bereich Innovation wird die Qualität von Transferprozessen sein. Dahinter steckt die Idee, dass Innovationen zwar im jeweiligen Setting von Fachexperten angestoßen werden, aber zugleich durch den Austausch mit dem Umfeld bzw. dem Markt die Bedarfe identifiziert und die Innovationen letztlich zu marktfähigen Produkten fortentwickelt und adaptiert werden. Es ist in der Natur der Sache, dass es oft am Wissen um das Know-How des Anderen mangelt. Ganz nach dem Motto: Wenn in der Region Rhein-Neckar die Akteure aus Forschung bzw. Lehre und Markt voneinander wüssten, was sie alles jeweils wissen, dann wäre die Region hinsichtlich ihrer Zukunftsfähigkeit im Wettbewerb europäischer Regionen weit vorne.

TRANSFER TOGETHER ist hierbei Initialprojekt und Blaupause zugleich. Blaupause, weil die Metropolregion Rhein-Neckar vor dem Hintergrund der im Projekt gewonnen Erfahrungen mit der Pädagogischen Hochschule weitere Transferprojekte oder auch -prozesse in anderen Hochschulen mitinitiieren möchte.

Wie können Hochschule und Unternehmen, Kommunen, non-formale Bildungsträger und Vereine wechselseitig voneinander lernen?

Grundvoraussetzung wechselseitiger Lernprozesse ist zunächst eine gemeinsame Plattform für die unterschiedlichen Akteure. Diese Plattform bereitzustellen, um Austauschprozesse zu initiieren und auszugestalten ist eine ureigene Aufgabe der Metropolregion Rhein-Neckar. Vernetzung und Transfer setzen dabei die innere Bereitschaft aller Transferbeteiligten voraus, das vorhandene Wissen sowohl teilen als auch gemeinsam weiterentwickeln zu wollen. Die Verbreitung von Best-Practices und Bildungsinnovationen im Rahmen von Erfahrungsaustausch ist der zentrale Erfolgsindikator. Dabei helfen wir dem Zufall schonmal gezielt auf die Sprünge. Die wirkungsorientierte Voraussetzung ist allerdings, dass Transferstrategien und -wege existieren. Man könnte es in der Wirtschaftssprache auch Vertrieb und Vertriebswege nennen oder auch die breite Multiplikation innovativer Ideen.

Wird das Projekt die Wahrnehmung der Pädagogischen Hochschule Heidelberg verändern?

Zunächst werden wir in den nächsten Monaten und Jahren deutlich mehr hören von den wissenschaftlichen Lehr-, Forschungs- und Transferkonzepten der Pädagogischen Hochschule; und zwar nicht nur in Heidelberg, sondern auch in der gesamten Region. Dieser zunächst quantitative Aspekt wird weitere positive Imagewirkungen nach sich ziehen. Danach wird es – wenn ein marktnäheres Agieren gelingt – zu einem qualitativen Imagesprung kommen. Das Image wird sich nochmals wandeln von der Ausbildungsstätte für Lehrer*innen hin in Richtung „Kompetenz- und Transferzentrale für angewandte Forschung und Produktentwicklung“ mit starken Expertisen um die Schüler*innen auf die veränderten Anforderungen der Zukunft vorzubereiten.

Metropolregion Rhein-Neckar GmbH
Der 2. EduAction Bildungsgipfel, ein Großprojekt der Metropolregion Rhein-Neckar, findet am 25. und 26. Oktober im Mannheimer Rosengarten statt und dreht sich um Zukunftskompetenzen. Welche Rolle kommt Transfer zu?

Transferkompetenzen sind übergeordnete Globalkompetenzen, die eine Reihe verschiedener Zukunftskompetenzen, von Netzwerkkompetenz über Abstraktions- und Umsetzungskompetenz bis hin zu Kreativität, Offenheit und Marketingskills umfassen. Das Thema Transfer ist beispielsweise mittels eines Impulsvortrags von Projektleiter Christian Spannagel und eines Pitchs von TRANSFER TOGETHER gesetzt.

Verändert sich durch die Kooperation auch etwas in Ihrem Bereich Bildung, Gesundheit und Arbeitsmarkt? Was kann die Metropolregion Rhein-Neckar GmbH von der Pädagogischen Hochschule lernen?

Auch die Metropolregion Rhein-Neckar kann als Institution in vielfältiger Weise profitieren. Zum einen wird der Transfergedanke auch in der eigenen Organisation selbst verinnerlicht. Die bestehenden Netzwerke im Bereich Bildung können gezielt und nachhaltig weiter ausgebaut werden. Zudem durchleben wir den gesamten Prozess der Konfektionierung von Bildungsinnovationen bis hin zur Produktimplementierung mitsamt allen Hürden und Chancen. Diese Erfahrungen helfen uns zukünftig bei weiteren Transferprozessen in anderen Bildungskontexten. Last but not least, erprobt das Projekt neue Formen des kollaborativen Arbeitens, z.B. die Kollaborationsplattform Slack, die wir nun ebenfalls im Bereich testen. Wir lernen also auch ständig hinzu.

Vielen Dank an Dr. Markus Gomer für das erste Interview und ihr dürft gespannt sein, wen wir als nächstes rund um das Thema Transfer befragen. Das Interview wurde von Melanie Seidenglanz durchgeführt.
Melanie Seidenglanz
Melanie Seidenglanz

Melanie arbeitet als Transfermanagerin bei der Metropolregion Rhein-Neckar GmbH. Gemeinsam mit Julika treibt sie die Vernetzung der PH mit der Region gezielt voran. Als Sprachwissenschaftlerin fühlt sich Melanie von kommunikationstheoretischen Fragestellungen magisch angezogen. Zu Melanies Projektseite.

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