SCIENCE SLAM

 

Wissenschaft zieht: Beim ersten Sciene Slam von TRANSFER TOGETHER am 9. Mai 2019 lockten fünf Slammer*innen zahlreiche Interessierte ins Café Leitstelle – am Ende war die Hütte voll. Was kann das Format für die Wissenschaftskommunikation leisten?

Science Slams sind nicht neu: Wissenschaftler*innen bekommen zehn Minuten Zeit, um auf der Bühne einem bunt gemischten Publikum ihr Forschungsthema zu präsentieren. Es geht dabei nicht nur um Faktenwissen und trockene Zahlen, sondern auch um Begeisterungsfähigkeit: Wie überzeuge ich etwa eine Gruppe Schüler*innen davon, dass ästhetisches Lernen der Shit ist – ohne mich durch gekünstelt junge Sprache anzubiedern? Gleiches gilt für bildungsferne oder fachfremde Zuhörer*innen.

Umso mehr hat mich gefreut, dass wir ein so breites Spektrum an Slammer*innen auf der Bühne sehen durften, die allesamt an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg studieren oder arbeiten. Da war Mathe-Professor und Prorektor Christian Spannagel. Wegen seiner Vorerfahrung war sein Slambeitrag über die mathematische Betrachtung von Unendlichkeit außer Konkurrenz.

Der Weg in den Lernflow

PH-Studentin Charlotte Heyl machte schließlich den Anfang bei den Neulingen mit ihrem Beitrag übers ästhetische Lernen. Sie hatte das Thema im ERASMUS-Semester in Norwegen aufgeschnappt und sich in ihrer Freizeit tief in die Materie reingefuchst.

Einstein, Arsch und Wolkenbruch

Doktorandin Laura Arndt betrat danach die Bühne und machte ihren Einstieg mit der South-Park-Folge „Gott ist tot“. Sie slammte über die Rolle der Naturwissenschaft in der Gesellschaft und die heilsbringerische Wirkung, die manche (Firmen) mit ihre verbinden.

Die anderen beiden Beiträge folgen in Kürze.

Wie man eine gefühlte Wahrheit seziert

Mit Monika Gonser betrat eine erfahrene Postdoc die Bühne. Sie sprach über gefühlte Wahrheiten über Geflüchtete – und wie diese mit wissenschaftlicher Methode auseinandergenommen werden können.

„Zum Schluss kommt dann die Öko-Tussi“

Zum Abschluss wurde es politisch: Sabrina Frieß sprach über ihr Dissertationsthema, Bildung für nachhaltige Entwicklung, und erklärte, weshalb wir nicht umweltbewusster handeln, obwohl wir es doch viel besser wissen müssten.

In meinen Augen war der Science Slam für die Pädagogische Hochschule Heidelberg ebenso wie für das Transfervorhaben ein Erfolg. Als Location hatten wir bewusst nicht die Hochschule gewählt; vielmehr wollten wir (ganz symbolisch) mit unserem Angebot zu den Menschen und sie nicht zu uns locken. Die Idee ging auf: Rund 120 Gäste machten im Café Leitstelle gute Stimmung, die auch die Slammer*innen auf der Bühne ansteckte.

Neben Einblicken in verschiedene Forschungsfelder haben die Beiträge vor allem zeigen können, dass Wissenschaft nicht nur aus Bücherbergen und Laborkitteln besteht. Wissenschaft wird gestaltet, gelebt und geliebt von Menschen, die sich voller Leidenschaft in ein Thema stürzen. Teilweise verbringen sie einen großen Teil ihrer Lebenszeit damit, dieses Thema zu beleuchten. Egal, ob bei der jungen Studentin Charlotte oder beim erfahrenen Prof Christian – Begeisterung treibt tagtäglich diese Menschen an. Der Science Slam gibt ihnen eine Bühne, auf der sie ihre Begeisterung mit anderen teilen können. Mit etwas Überzeugungskraft und Glück können sie ihr Publikum anstecken. Ich denke, damit leisten Science Slams einen wichtigen Beitrag zur Wissenschaftskommunikation.

Wer noch mehr auf Tuchfühlung mit der Wissenschaft gehen möchte, sollte die Nacht der Forschung in Mannheim und Heidelberg am 27. September nicht verpassen. Auch die Pädagogische Hochschule Heidelberg wird im Neuenheimer Feld mit einem Programm vertreten sein. Weitere Infos unter www.nacht-der-forschung-heidelberg.de.

Max Wetterauer

Open Science und Social Media sind die großen Baustellen, an denen Max im Bereich Offene Hochschule tüftelt. Wenn ihm die 280 Zeichen auf Twitter mal nicht ausreichen, stillt er seinen Schreibdurst mit Artikeln hier auf dem Blog. Zu Max’ Projektseite.

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