BARCAMP PLUS HOCHSCHULE

 

Valentin Bachem, www.vbachem.de, Barcamp Rhein-Neckar 2018, CC-BY-SA 2.0, https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/de/
Foto: Valentin Bachem, www.vbachem.de, Barcamp Rhein-Neckar 2018, CC-BY-SA 2.0, https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/de/
Christian hat sich von Anfang an für Barcamps stark gemacht. Jetzt ist die Pädagogische Hochschule Heidelberg Mitveranstalterin bei einem Barcamp vor ihrer eigenen Haustür. Es sei besonders wichtig für Wissenschaftler*innen, sich dort einzubringen, sagt Christian. Ein Kommentar.

Warum sollten Wissenschaftler*innen auf Barcamps gehen? Es gibt schließlich wissenschaftliche Konferenzen, auf denen sie sich zu den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen austauschen können. Weshalb dann an solch offenen Veranstaltungen teilnehmen, zu denen „ja alle kommen können“ und bei denen vorher unklar ist, welchen Mehrwert man davon hat? Ist das nicht Zeitverschwendung?

Ich meine, es gibt zwei richtig fette Gründe, weshalb Wissenschaftler*innen ihr Silo verlassen und auch auf Barcamps gehen sollten.

Mitmachen und mitsprechen

Erstens: Wissenschaftler*innen können dort wissenschaftlich fundierte Argumente in die Diskussionen einbringen. Gerade in letzter Zeit wird deutlich, wie wichtig es ist, dass die wissenschaftliche Perspektive in die öffentliche Diskussion der drängenden Probleme unserer Zeit einfließt. So verlässt sich die Gesellschaft beispielsweise auf die Einschätzung von Wissenschaftler*innen zur Corona-Situation und auf wissenschaftliche Empfehlungen zum Schutz gegen das Virus.

Das Barcamp Rhein-Neckar findet am 19. und 20. September 2020 statt. Alle Infos zur Teilnahme findet ihr unter www.barcamp-rhein-neckar.de. Im Podcast hat Max mit dem Orga-Team darüber gesprochen, was Teilnehmer*innen von einem Barcamp erwarten dürfen und was es mit dem Barcamp-Spirit auf sich hat.

Auch die Bewegung „Fridays for Future“ bringt wissenschaftliche Argumente vor, wenn es um die Beurteilung der Klimasituation und um die Wahl geeigneter Maßnahmen zur Abwendung der Klimakatastrophe geht. Wissenschaftlich belegtes Wissen ist überhaupt die Allzweckwaffe gegen Fake News. Es zählt somit zur gesellschaftlichen Verantwortung von Wissenschaftler*innen, sich in gesellschaftliche Diskussionen einzubringen. Und Barcamps sind Veranstaltungen, auf denen genau solche Diskussionen geführt werden.

Kontakt zur Praxis

Zweitens: Bekanntermaßen stellen Praktiker*innen die besten Relevanzfragen. Wissenschaftler*innen können von anderen “nichtwissenschaftlichen” Perspektiven profitieren, da sie daran ihre eigenen wissenschaftlichen Ziele hinterfragen können oder Ideen zu neuen Forschungsprojekten bekommen. Oder man findet auf Barcamps Personen, die mögliche Praxispartner in anwendungsbezogenen Forschungsprojekten sein könnten. Wer den Elfenbeinturm verlässt, trifft auf erfrischend andere, ungewohnte, neue Sichtweisen und Anknüpfungspunkte außerhalb des Turms. Und das kann nicht mehr sein als ungemein bereichernd.

Sicher, am Ende kann es auch passieren, dass man als Wissenschaftler*in nach Hause geht und denkt, dass das jetzt dieses Mal nicht viel gebracht hat. Aber: Wer nicht hingeht, verschenkt die Chance, mit Ideen in Kontakt zu kommen, die außerhalb der eigenen wissenschaftlichen Filterblase existieren. Und wer öfter auf Barcamps geht, der hat nicht selten den Eindruck, dass der Gedanke “Das hat nicht viel gebracht” einem mitunter seltener kommt als nach dem Besuch einer wissenschaftlichen Konferenz.

Christian Spannagel, Team, Transfer Together
Christian Spannagel

Christian leitet das Projekt. Ihm ist total wichtig, dass die Pädagogische Hochschule Heidelberg ihre Kontakte in die Region ausbaut, und er möchte Menschen bewusster zu machen, welch tolle Angebote die PH für sie bereit hält.

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