4 FRISCHE IDEEN FÜRS NEUE JAHR

 

Neues Jahr, alter Trott? Das muss nicht sein! Nutzt den Schub des Jahreswechsels, um euren Horizont zu erweitern und um Neues auszuprobieren. Max Wetterauer hat für euch vier Ideen parat, um eure Arbeit aufzufrischen. Ein Gastbeitrag vom Transferzentrum.

Gute Vorsätze sind meist lästige Aufgaben, für die dann das neue Jahr als Anlass herhalten muss. Aber was, wenn gute Vorsätze kein harter Verzicht und keine nervigen Pflichten sind, sondern wahre Augenöffner? Wenn man sich fürs neue Jahr was etwas vornimmt, was Spaß macht und wenig Aufwand kostet? Im Projekt TRANSFER TOGETHER hatten wir immer viel Freiraum, um neue Dinge auszuprobieren. Ganz nach dem Motto der Förderinitiative ‘Innovative Hochschule’ hat das Team dabei viele Augenöffner-Momente erlebt, die ich euch hier aufbereitet habe. Diese frischen Ideen lassen sich auf ganz unterschiedliche Bereiche anwenden: Arbeitsprozesse, persönliche Weiterbildung oder einfach das allgemeine Mindset.

Die Liste ist natürlich nicht vollständig. Wenn ihr auch ein paar frische Ideen zum Jahresstart parat habt, schreibt sie in die Kommentare!

1. Entdeckt das Barcamp für euch

Was ist ein Barcamp? Schon zu Projektbeginn habe ich mich mit Barcamps auseinandergesetzt und war sofort begeistert von dem Format. Bei einem Barcamp treffen sich Menschen (analog oder digital) aus allen Lebensbereichen, um auf Augenhöhe miteinander ins Gespräch zu kommen. Der Rahmen hierfür sind die sogenannten Sessions, kurze themenbezogene Sitzungen. Wie diese ablaufen, bestimmen die Teilgebenden selbst. Teilgebend? Ja, da beim Barcamp alle etwas beitragen, gibt es keine Teilnehmer:innen, sondern Teilgeber:innen. Denn alle, die etwas teilen möchten, können eine eigene Session anbieten. Egal, ob Diskussionsrunde, Pitch, Slambeitrag, Workshop oder Werkstattgespräch – alles ist erlaubt. Zu Beginn eines Barcamps werden alle Sessionvorschläge gesammelt und im Sessionplan angeordnet (quasi ein Ablaufplan für das Barcamp). Und dann geht’s los!

Wieso bringt ein Barcamp frische Ideen? Barcamps sind ein super Format, um die eigene Komfortzone zu verlassen und neue Dinge zu entdecken. Hier gibt es keine Hierarchien, es wird geduzt, und wie die Veranstaltung abläuft, können nicht einmal die Organisator:innen vorhersagen. Wer mit einem offenen Mindset an einem Barcamp teilnimmt, kann eine Menge lernen und mit spannenden Menschen in Kontakt kommen. Insbesondere für die Wissenschaft kann das interessant sein, wie Projektleiter Christian Spannagel im Blog schon einmal ausführte.

Wo gibt’s mehr Infos? Es gibt eine Barcamp-Liste (www.barcamp-liste.de), in der alle Barcamps im deutschsprachigen Raum aufgelistet sind. Schaut dort einmal vorbei, ob es vielleicht ein Event in eurer Nähe gibt. Dort findet ihr auch das Barcamp Rhein-Neckar (www.barcamp-rhein-neckar.de), das am 1./2. Oktober 2022 in Heidelberg stattfinden wird und bei dem auch das Transferzentrum sicherlich wieder mithelfen wird. Wer Barcamps als Event-Format schon kennt, findet neue Inspiration vielleicht durch Julikas Blogbeitrag “Wir sollten uns treffen!” über unsere internen Barcamps im Team von TRANSFER TOGETHER.

Eindrücke vom Barcamp Rhein-Neckar 2018. Fotos (links und mittig) von Valentin Bachem, Lizensiert unter CC-BY-SA 2.0, Foto rechts von Max Wetterauer.

2. Bessere Events mit Wilden Workshop-Spielen

Was sind Wilde Workshop-Spiele? Anfang 2020 bin ich auf die Wilden Workshop-Spiele gestoßen (www.workshop-spiele.de). Sprint-Coach Caspar Siebel hat sowohl im Print wie auch online eine Sammlung an verschiedenen Spielen für Events aufbereitet. Die Spiele sind in der Regel einfach erklärt, schön illustriert und äußerst abwechslungsreich, wie z.B. Touch Blue: Bei diesem kurzen Aufwärmspiel geht es darum, einen Gegenstand in einer ausgerufenen Farbe in die kleine Zoom-Kachel zu halten. Wer am schnellsten den passenden Gegenstand parat hat, ruft die nächste Farbe aus.

Wieso bringen Wilde Workshop-Spiele frische Ideen? Auch 2022 werden viele Workshops, Lehrveranstaltungen und Netzwerkevents wieder online stattfinden. Das kann schnell eintönig werden. Die präsentierten Spiele bringen dringend benötigte Abwechslung, lockern eure Veranstaltung auf und regen eingeschlafene Gehirnzellen wieder an. Besonders gelungen an der Homepage finde ich die Einordnung der Spiele durch Caspar Siebel. Denn: Nicht jedes Spiel eignet sich für jede Gruppe.

Wo gibt’s mehr Infos? Zahlreiche Spiele findet ihr kostenlos auf  www.workshop-spiele.de oder ihr bestellt euch das Buch im Print.

Das New-Work-Quartett von quäntchen & glück

Eine wichtige Inspiration für das Team von TRANSFER TOGETHER sind die Workshops und Sparrings mit der Agentur quäntchen & glück (qundg). Auf viele dieser frischen Ideen wären wir ohne die Darmstädter Agentur nicht gestoßen. Als praktische Handhabe hat qundg ein New-Work-Quartett veröffentlicht, bei dem ihr einen Überblick über die verschiedenen Ansätze erhalten könnt. Ihr findet es online unter www.qundg.de/new-work-quartett. Ich ziehe das Quartett regelmäßig aus der Schublade und blättere durch, was mir bei einem Problem weiterhelfen könnte.

3. Fehler feiern

Wie feiere ich Fehler? Es gibt verschiedene Formate, die zu einer positiven Fehlerkultur beitragen. Das vielleicht bekannteste ist die “Fuckup Night”. Dieses Format stammt aus der Startup-Branche und gleicht einem frontalen Slam. In lockerer Atmosphäre bei einem Feierabendgetränk stehen Menschen auf der Bühne, die auf unterhaltsame (und lehrreiche) Weise von ihrem Scheitern erzählen. Es verlangt natürlich eine ordentliche Portion Mut, sich so offen mit den eigenen Fehlern zu präsentieren. Aber die Dynamik und Atmosphäre auf einer solchen Veranstaltung ist wahnsinnig wertschätzend. Wir haben im Jahr 2019 mit dem Format experimentiert: Nachdem die Beiträge erzählt waren, haben sich Leute aus dem Publikum gemeldet und ihre Geschichten des Scheiterns offenbart. Eine tolle Erfahrung!

Wieso bringen Fehler frische Ideen? Fehler sind wichtige Schritte auf dem Weg zur Innovation. Denn wer Angst vor Fehlern hat, wagt auch nichts. Und schon ein schon das alte Sprichwort besagt: “Wer nichts wagt, der nichts gewinnt.” Deshalb sollten wir Fehler feiern! Besonders die Wissenschaft sollte mit Fehlern offener umgehen: Sie schärfen das Vertrauen in die Methodik, schaffen Transparenz und helfen obendrein herauszufinden, was nicht funktioniert.

Wo gibt’s mehr Infos? Auf der Seite www.fuckups.de findet sich der Berliner Ableger der Fuckup Nights. Bei den vergangenen Events finden sich gute Beispiele, wie ein solches Event aussehen kann. Zwei gute Anschauungsbeispiele für die Events findet ihr außerdem in den angehängten YouTube-Videos der FuckUp Nights in Frankfurt und Köln. Aber natürlich entsteht eine positive Fehlerkultur nicht erst durch solch ein Event, sondern kann bereits durch Sparrings im Team erzeugt werden, in denen Fehler als Leistung anerkannt werden. Ein Beispiel hierfür ist die Retrospektive als Mehode.

4. Lautes Arbeiten für die Netzwerkpflege

Was bedeutet das? Ihr kennt das sicher: Im Homeoffice sitzt man sinnbildlich im stillen Kämmerlein und arbeitet vor sich hin. Leider ist Netzwerkarbeit per Mail und Zoom-Call nicht allzu aufregend. Eine schöne Abwechslung bietet hierfür die Methode Working Out Loud, kurz WOL. Bei WOL handelt es sich um ein Programm, das von John Stepper entwickelt wurde. Ihr bildet eine kleine Gruppe (Zirkel), überlegt individuell ein Ziel, das ihr in 12 Wochen erreichen wollt und trefft euch fortan einmal pro Woche für je eine Stunde (digital oder analog). In jeder Sitzung geht ihr gemeinsam verschiedene Aufgaben durch, die euch dabei helfen, ein Netzwerk aufzubauen, das euch bei eurem Ziel unterstützt. Beispielsweise bekommt ihr einmal die Aufgabe, einer Person, die euch bei eurem Ziel unterstützt, ein Dankeschön zukommen zu lassen – per Mail, Twitter oder Anruf, wie ihr mögt. Ich habe Anfang 2020 meine erste WOL-Erfahrung mit Kolleg:innen von TRANSFER TOGETHER gemacht und 2021 gleich meinen zweiten Zirkel gestartet. Es lohnt sich!

Wie schafft WOL frische Ideen? WOL sorgt dafür, dass ihr aus eurer Komfortzone herauskommt und mit einer anderen Perspektive auf euer Ziel blickt. Viele Aufgaben zielen außerdem darauf ab, euer Bewusstsein zu schärfen, etwa für eure eigenen Stärken und Schwächen oder euer Umfeld. Obwohl die Methoden nicht neu sind, ist es doch beeindruckend, wie viel sie bewirken können. Schöner Nebeneffekt: Man lernt sich gegenseitig auf eine ganz ungezwungene Art und Weise kennen.

Wo gibt’s mehr Infos? Inzwischen gibt es das Handbuch als PDF nur noch für 20 bis 25 Euro zu kaufen, u.a. auf www.workingoutloud.com. Falls ihr in eurem Umfeld nicht gleich Interessierte für einen Zirkel findet, könnt ihr unter www.community.workingoutloud.com Leute weltweit finden.

Workshops des Transferzentrums

Frische Ideen findet ihr auch in den Workshops des Transferzentrums der PH Heidelberg. Wir beginnen das Jahr mit zwei Workshops über Podcasts und Podcastproduktion. Es folgen weitere Workshops aus den Themenbereichen Gründung, Netzwerk und Wissenschaftskommunikation. Die Workshops sind stets kostenlos und offen für alle Interessierten. Aktuelle Workshops und weitere Events findet ihr unter www.ph-heidelberg.de/transferzentrum.

Max Wetterauer, Team, Transferzentrum
Max Wetterauer

Open Science und Social Media sind die großen Baustellen, an denen Max im Bereich Offene Hochschule tüftelt. Wenn ihm die 280 Zeichen auf Twitter mal nicht ausreichen, stillt er seinen Schreibdurst mit Artikeln hier auf dem Blog. Zu Max’ Projektseite.

Verwandte Beiträge

Hinterlasse einen Kommentar