#MENTALSTARK

 

Das letzte Quäntchen Leistung erreichen wir mit unserer Psyche, sagt man im Sportmentaltraining. Welche drei Schritte zur mentalen Stärke führen, verrät Daniel vom Heidelberger Kompetenztraining (HKT).

Mentale Stärke ist die zentrale Kompetenz, um gut für die Zukunft gewappnet zu sein, mahnt Julia in ihrem Beitrag (Keine) Angst vor Innovation. Doch was ist mentale Stärke und wie wird man mental stark? Einsteigen möchte ich mit einem Beispiel aus dem Sport: Asafa Powell ist ein jamaikanischer Leichtathlet, der innerhalb von nur vier Jahren vier offiziell anerkannte Weltrekorde aufstellte, dem aber Goldmedaillen und olympische Ehren bisher verwehrt blieben. Eine in der Sportpsychologie verbreitete Annahme ist, dass Powell an muskulärer Koaktivierung leidet, die durch extremen Stress ausgelöst wird. Das mit Stresshormonen geflutete Gehirn befiehlt den Muskeln, sich immer schneller zu bewegen und stört die natürliche, rhythmische Muskelaktivierung.

Im Sportmentaltraining ist man sich einig, dass 95% der Leistung durch Physis erreicht werden. Die letzten, oft entscheidenden 5% entspringen der Psyche. So ist es inzwischen auch kein Geheimnis mehr, wenn man als Sportler*in mit einem Mentaltrainer*in zusammenarbeitet.

Fakt ist, dass nicht nur Sportler*innen vor großen Anforderungen stehen, die ein hohes Maß mentaler Stärke abverlangen, um Anforderungen als Herausforderung anzunehmen und letztlich zu bewältigen und daran zu wachsen. Jeder Mensch, seien es Schüler*innen, Student*innen und Berufstätige, steht täglich vor neuen Herausforderungen. Es stellt sich allerdings die Frage, ob man Trainingsweltmeister ist oder man #MentalStark und gut ist, wenn´s darauf ankommt.

Wie ist man nun gut, wenn’s darauf ankommt?

Im Heidelberger Kompetenztraining sind wir der Ansicht, dass der größte Teil mentaler Stärke auf drei Komponenten fußt.

#MentalStark durch Zielorientierung

Zielorientierung und Zielfokussierung, bis zu dem Moment, in dem der Vergleich zwischen dem Ist- und Sollzustand gezogen wird, also der Wettkampf bestritten wird, das wichtige Gespräch geführt wird, man die gewünschte Kleidergröße erreicht hat oder nicht.

Zielorientierung und Zielfokussierung sorgen für die notwendige Motivation und das Durchhaltevermögen, auch bei Widerständen und Rückschlägen am Ball zu bleiben. Ein befreundeter Triathlet erzählte mir, dass er sich im Training manchmal fragt, sogar hinausschreit, warum er sich die Schinderei überhaupt antut und nicht lieber Zuhause auf dem Sofa sitzt, oder mit seinen Kommiliton*innen bis spät in die Nacht unterwegs ist. Er sagte, er schaffe es nur durch seine Vision, erfolgreich über die Ziellinie zu kommen.

#MentalStark mit Lösungs- und Ressourcenorientierung

Sollte man sich dem Problem zuwenden, oder gleich nach Lösungen und Ressourcen suchen, die uns beim Lösungsweg helfen?

In Industrie und Wissenschaft macht eine Problemorientierung sicherlich Sinn. Auch wenn die Systeme inzwischen so komplex sind, dass sie kein einzelner Mensch überblicken kann und eine fachdisziplinübergreifende Zusammenarbeit notwendig ist, so kann eine Fehlfunktion dennoch kausal erklärt werden, und auch komplexe Maschinen wie der Teilchenbeschleuniger in CERN betrieben werden. Menschen sind jedoch keine trivialen Systeme, und eine exakte Berechenbarkeit der Ursachen ist nur bedingt möglich. Aktuelle Hirnforschung weist zudem darauf hin, dass eine ausführliche Ursachenforschung neuronale Vermeidungsnetze verstärken kann. Der Hirnforscher Klaus Grawe (2004, S. 381 ff.) empfiehlt deshalb, den Fokus auf eine lösungs- und ressourcenorientierte Haltung zu legen.

#MentalStark mit Geistesgegenwart

Der Trendbegriff der Achtsamkeit, aber viel besser noch der Begriff der Geistesgegenwart ist im HKT ein Schlüsselelement mentaler Stärke. Denn, wenn ich in der Lage bin, mich ausschließlich auf die Situation zu fokussieren, wird alle Energie auf die Bewältigung der Aufgabe gebündelt. Oft ist es jedoch so, dass man ohne entsprechende mentale Techniken nicht geistesgegenwärtig ist. Man ärgert sich zum Beispiel, warum man nicht konsequent in der Vorbereitung war, oder man macht sich Gedanken über eventuelle Folgen des Scheiterns.

Werfen wir nochmals einen Blick zurück auf das Bespiel des jamaikanischen Leichtathleten. Extremer Stress entsteht durch Vordenken und Nachdenken. Also die vielleicht auch unbewusste Frage, was wohl geschehen wird, wenn man die Leistung nicht abrufen kann, oder wie man sich hätte anders vorbereiten sollen.  All diese Gedanken sind bei der Umsetzung der Aufgaben nicht förderlich und lösen die Blockade förmlich aus. Unserer Ansicht nach sind deshalb Techniken, den Geist zu vergegenwärtigen absolut wichtig für mentale Stärke.

Daniel Preuß, Team, Transfer Together
Daniel Preuß

Gesund durch mentale Stärke: Daniel verbreitet das Konzept des Heidelberger Kompetenztrainings (HKT) in der Region. Durch den regen Austausch entwickelt er ihre Methoden stetig weiter. Zu Daniels Projektseite.

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