WAS FORSCHT DU DENN DA?

 

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„Mach gute Forschung und sprich darüber“, sagt Nicole Flindt, Geschäftsführerin des Forschungsreferats an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Mit der Forschungs- und Publikationsdatenbank verwaltet sie ein Tool, das bereits seit 2008 zur Idee der Offenen Hochschule beiträgt.

Wissenschaft sollte sich so aufstellen, dass alle daran teilhaben können. Bei so vielen unterschiedlichen Fakultäten, Lehrstühlen und Projekten ist es für die interessierte Öffentlichkeit aber oft schwierig, einen Einstieg zu finden. Ein wichtiger Schritt zu einer Offenen Hochschule ist es daher, alle Forschungsvorhaben transparent darzustellen. Die Forschungs- und Publikationsdatenbank erfüllt genau diesen Zweck an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Im Interview mit Max erklärt Nicole, wie sie funktioniert und wohin es mit der Datenbank noch gehen soll.

Max: Kannst du erklären, was hinter der Forschungs- und Publikationsdatenbank der PH Heidelberg steckt?

Nicole: Sie ist unser Instrument für eine aktive Öffentlichkeitsarbeit unserer Forschungsprojekte. Das heißt, alle Forscher*innen, Doktorand*innen und Postdocs der Hochschule können ihre Forschung und ihre Publikationen dort eingeben. Um die Akualität dieser Datenbank zu gewährleisten, rufen wir alle Forschenden der Hochschule ein- bis zweimal im Jahr dazu auf, aktuelle Projekt einzupflegen, bestehende Projekte zu aktualisieren und einzutragen, wenn ein Projekt abgeschlossen wurde. Das ist besonders interessant für Außenstehende: Wer einen interessanten Kooperationspartner sucht oder sich einfach informieren möchte, kann jederzeit die Datenbank nutzen. Dort findet man Informationen zu allen bildungswissenschaftlichen, fachdidaktischen bzw. sonderpädagogischen Forschungsvorhaben, Dissertationen und Habilitationen.

Die Datenbank existiert seit 2008. Davor fertigten wir jährliche Forschungsberichte in Papierform an. Das war ungeheuer aufwendig und teuer – insofern ist die Datenbank ein große Erleichterung.

Rund 600 Forschungsprojekte und 1500 Publikationen

Max: Wird sie denn angenommen?

Nicole: Ja, auf jeden Fall. Wir haben aktuell rund 600 Forschungsprojekte, Dissertationen und Entwicklungsvorhaben erfasst. Publikationen zählen wir rund 1500. Ich glaube, wir bilden damit alle relevanten Forschungsaktivitäten ab. Wer sich über die Forschung an der PH Heidelberg informieren will, findet über die Datenbank einen einfachen Zugang.

Nicole Flindt, Forschung, Graduate School, PH Heidelberg
Nicole Flindt ist Geschäftsführerin des Forschungsreferats und Leiterin der Graduate School an der PH Heidelberg.

Max: Gibt es auf der Datenbank auch Volltexte?

Nicole: Nein. Im Fall von Dissertationen übernimmt das die Bibliothek der Hochschule (OPUS PHHD). Bei unserer Datenbank geht es in erster Linie darum, einen Überblick über laufende und abgeschlossene Forschungsprojekte zu geben. Hier können aber auf Webseiten oder Artikel verlinkt werden sowie kleinere Dokumente hochgeladen werden. Diese können zum Beispiel ergänzenden Informationen zu einem Forschungsprojekt beinhalten, etwa zur Datenerhebung oder dem Forschungsdesign.

„Mach gute Forschung und sprich darüber!“

Max: Verfolgt ihr ein konkretes Ziel mit der Datenbank?

Nicole: Wir wollen damit einen einfachen Zugang schaffen. Die Forschungsergebnisse sind ja nicht nur für uns relevant. Forschung sollte immer auch die Öffentlichkeit erreichen, damit darüber gesprochen wird. Nur so kommen neue Ideen und Impulse zustande, die dann zu den Forschenden zurückkommen. Es reicht nicht aus, nur gute Forschung zu machen. Das Motto sollte lauten „Mach gute Forschung und sprich darüber!“. Wir wollen ja die Leute erreichen, die sich dafür interessieren. Forschung lebt vom Austausch mit der Wissenschafts-Community und der Öffentlichkeit.

Max: Wohin soll es mit der Datenbank gehen?

Nicole: Ich denke da an Forschungsdatenmanagement. Ist unsere Datenbank der richtige Weg, um zum Beispiel Rohdaten zur Verfügung zu stellen? Bei der Überlegung kommen eine Menge Fragen auf uns zu: Wer hat ein Interesse an den Daten? Wann müssen wir solche Daten vernichten? Hier wird sich in den nächsten Jahren sicher viel bewegen.

Open Science: „Eigentlich sollte es das Normalste der Welt sein“

Max: Die Öffnung der Forschung ist ja nicht nur ein Bestandteil der Transferstrategie der Hochschule, sondern auch ein wichtiger Bestandteil von Open Science. Was hältst du als Geschäftsführerin des Forschungsreferats von der Bewegung?

Nicole: Ich finde es großartig! Ich habe damals bei meiner eigenen Dissertation, die auf dem Heidelberger Dokumentenserver verfügbar ist, auch meine kompletten Rohdaten mit hochgeladen (die Rohdaten sind auf der CD zur Paperversion der Dissertation zu finden, die man sich in der UB Heidelberg ausleihen kann). Ich wollte, dass auch andere Forscher*innen mit den Daten arbeiten können. Eigentlich sollte das Normalste der Welt, ist es aber in vielen Bereichen noch nicht. Ich wäre sehr glücklich, wenn ich hier im Forschungsreferat und der Graduate School etwas im Sinne von Open Access tun kann, damit wir hier mehr Forschung sichtbarer machen können – nach außen wie nach innen.

Max: Vielen Dank für das Gespräch, Nicole!

Max Wetterauer, Team, Transfer Together
Max Wetterauer

Open Science und Social Media sind die großen Baustellen, an denen Max im Bereich Offene Hochschule tüftelt. Wenn ihm die 280 Zeichen auf Twitter mal nicht ausreichen, stillt er seinen Schreibdurst mit Artikeln hier auf dem Blog. Zu Max‘ Projektseite.

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