“THIS IS THE WAY”

 

Mandalorian, Star Wars, Open Science, unsplash.com, Michael Marais
Nicht erst mit der Pandemie ruhen Verantwortung und große Erwartungen auf den Schultern von Wissenschaftler*innen. Der einzige Weg, diese Last richtig zu schultern, ist die Öffnung der Wissenschaft: Open Science. Max nimmt euch in den nächsten Wochen mit auf ein Abenteuer durch vielfältige Open-Science-Galaxien. Ein Gastbeitrag des Transferzentrums.

Mit Aufkommen der Corona-Pandemie haben sich viele erwartungsvoll an die Wissenschaft gewandt. Das Interesse war groß. Und die Wissenschaft enttäuschte nicht: Testverfahren, erste Medikamente, dann Impfstoffe. Darüber hinaus lieferte sie auch bildungswissenschaftliche Erkenntnisse, wie etwa über die Auswirkungen von Homeschooling auf Kinder und Jugendliche. In einem chaotischen Asteroidenfeld, gespickt mit galaktischen Weltraumwürmern voller Desinformation, sind wissenschaftliche Erkenntnisse das hoffnungsstiftende Navigationssystem (oder der golden schimmernde Droid, der die hohe Wahrscheinlichkeit eines Zusammenstoßes ungefragt voraussagt).

Wissenschaft ist gefragt

Es gibt viele Gründe, weshalb sich die Wissenschaft besonders in Krisenzeiten so öffnet. In einem Interview des Deutschlandfunks mit dem Virologen Christian Drosten sagte jener, es sei durchaus “ein Dienst am Steuerzahler”. Wir können froh sein, dass aktuell viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler so denken. Viele fühlen sich in dieser Krise der Öffentlichkeit gegenüber verpflichtet und kommunizieren ausführlich über ihre Forschung. Selten kam es vor, dass sich Menschen in ihrer Freizeit über unterschiedliche, wissenschaftliche Positionen mitunter kontrovers austauschten. Das öffentliche Interesse ist groß und wer sich informieren will, kann das tun. Das zeigt sich auch dadurch, dass Wissenschafts-Podcasts, wie etwa das Coronavirus-Update des NDR, etablierte Formate vom Thron der Podcast-Charts stoßen. Das aktuelle Wissenschaftsbarometer 2020 (Wissenschaft im Dialog) hat herausgefunden, dass rund 60 Prozent der Befragten eher großes oder sehr großes Interesse an Wissenschaft haben. Auch viele große Publisher wissenschaftlicher Arbeiten haben reagiert und ihre restriktiven Zugangsbeschränkungen gelockert. Eine Erschütterung der Macht.

In der Pandemie scheint ein Verständnis dafür entstanden zu sein, wie wichtig und gefragt eine der Öffentlichkeit zugewandte, transparente und zugängliche Wissenschaft ist. Nicht nur, um den wissenschaftlichen Diskurs voranzubringen, sondern auch, um dabei der Gesellschaft Teilhabe zu ermöglichen und Verständnis zu erzeugen.

Viele Wissenschaftler*innen, aber auch Hochschulen und Universitäten arbeiten seit Jahrzehnten daran, eine Kultur der Offenheit und Transparenz zu ermöglichen. Sie waren und sind Teil einer Bewegung für Open Science.

Was ist Open Science?

Offene Wissenschaft, Open Science – Das ist keine neue Forderung, sondern die Kernaussage einer etablierten Bewegung innerhalb der Wissenschaftscommunity. “Open Science saves lifes” war schon früher ein beliebter Slogan der Bewegung, der im Zuge der Pandemie eine schrecklich reale Bedeutung erhalten hat.

Beitrag von Jon Tennant auf Twitter: “Publishers make 1000s of research papers on #coronavirus freely available to all. Imagine if they had done this before the outbreak. Imagine if they did this for all public health issues. Imagine if life-saving knowledge was a public good.”

Die OECD definierte Open Science 2015 als “Bemühung, öffentlich finanzierte Forschungsoutputs digital zugänglicher zu machen.” Zugänglich nicht nur für die Wissenschaftscommunity, sondern für die gesamte Gesellschaft.

Open science commonly refers to efforts to make the output of publicly funded research more widely accessible in digital format to the scientific community, the business sector, or society more generally.

OECD (2015), “Making Open Science a Reality”, OECD Science, Technology and Industry Policy Papers, No. 25, OECD Publishing, Paris, https://doi.org/10.1787/5jrs2f963zs1-en.

In der Open-Access-Policy der Pädagogischen Hochschule Heidelberg wird der Begriff ähnlich definiert: “Open Science hat zum Ziel, Wissenschaft für alle Menschen einfacher zugänglich und erfahrbar zu machen und sie in einen intensiveren Austausch mit der Gesellschaft zu bringen.” Wie so oft gibt es nicht die eine Definition. Aber die gemeinsame Richtung ist dennoch klar: Open Science heißt Wissenschaft für alle mit allen. In der Regel können sich alle Definitionen auf gewisse Grundprinzipien einigen:

  • Transparenz,
  • Reproduzierbarkeit,
  • Wiederverwendbarkeit,
  • Offene Kommunikation.

Die Definitionen und Grundprinzipien helfen nun dabei, herauszufinden, was als Open-Science-Aktivität bezeichnet werden könnte. Dazu zählen unter anderem Open Access, Open Data, Open Educational Ressources oder Wissenschaftskommunikation. Aber auch Citizen Science oder Open Collaboration könnte man dazu rechnen.

Mit diesem und den folgenden Blogbeiträgen möchte ich euch die Möglichkeit geben, euch mit Open Science näher zu befassen. In gemütlichen kleinen Episoden führe ich euch zu Beginn durch die Open-Science-Galaxien.

Macht mit!

In den folgenden Wochen will ich euch im Rahmen von kleinen Beiträgen hier auf dem Blog von TRANSFER TOGETHER Einblicke in verschiedene Aspekte von Open Science bieten. Ich will diesen Prozess transparent gestalten: Als Grundlage erstelle ich einige Inhalte als Blogbeitrag oder Podcast-Folge. Dazu gehören die Themen Open Educational Ressources, Open Data, Wissenschaftskommunikation, Open Collaboration und Citizen Science. Anschließend sollen die Inhalte in offenen Mini-Workshops gemeinsam vertieft werden (vsl. ab April 2021). Vorschläge und Wünsche für Inhalte nehme ich ebenso gerne entgegen, wie Freiwillige, die mich dabei unterstützen möchten.

Mein Ziel ist es, damit ein regionales Netzwerk auf die Beine zu stellen. Langfristig können wir einen Kulturwandel fördern, hin zu mehr Open Science. Ich freue mich auf den Austausch.

Oder wie der Mandalorian sagen würde: “This is the way.”

PS. Eine empfehlenswerte Einführung in die Thematik der Open-Science-Bewegung will ich euch nicht vorenthalten: Die Kurse der Universität Konstanz waren für mich ein sehr guter Start, um mich mehr damit zu befassen.

Max Wetterauer, Team, Transfer Together
Max Wetterauer

Open Science und Social Media sind die großen Baustellen, an denen Max im Bereich Offene Hochschule tüftelt. Wenn ihm die 280 Zeichen auf Twitter mal nicht ausreichen, stillt er seinen Schreibdurst mit Artikeln hier auf dem Blog. Zu Max’ Projektseite.

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Comments (2)

[…] Produkte einfacher zugänglich zu machen. Deshalb führt uns unser erster Zwischenstopp auf der Reise durch die Open-Science-Galaxien zu den Open Educational […]

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