ROUTINEN DURCHBRECHEN

 

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Das merkt auch Chiara vom Teilprojekt Leicht Bewegt immer wieder, wenn sie über gesundheitsriskantes Sitzverhalten aufklärt. Hier hilft das Heidelberger Kompetenztraining: Daniel und Wolfgang erläutern im Videoformat Methoden, wie ihr ungünstige Gewohnheiten ablegen könnt, um eure persönlichen Gesundheitsziele zu erreichen.

Heute möchte ich mit einem kleinen Gedankenexperiment einsteigen. Stellt euch vor, euer Arbeitgeber gestaltet für euch einen optimal bewegungsfreundlichen Arbeitsplatz. Er unterstützt euch dabei, weniger zu sitzen, öfter aufzustehen und im Büroalltag leicht bewegt zu sein. Von der Führungsebene wird offiziell kommuniziert, dass Aufstehen während der Arbeit, auch bei Meetings, erwünscht ist. Ihr habt einen elektrisch höhenverstellbaren Sitz-Steh-Arbeitstisch und ein Stehboard oder eine Stehmatte und euer Arbeitgeber stellt ein kostenloses Bewegungspausenprogramm zur Verfügung. Das Treppenhaus des Bürogebäudes ist ansprechend gestaltet und Plakate weisen auf die gesundheitlichen Vorteile des Treppensteigens gegenüber dem Fahrstuhlfahren hin. Trotz dieser idealen Voraussetzungen, werdet ihr vermutlich gerade zu Beginn feststellen, dass ihr am Ende des Arbeitstages eure Sitzphasen nicht wie geplant reduziert habt und z.B. gewohnheitsgemäß in den Fahrstuhl gestiegen seid. Vielleicht ertappt ihr euch dabei, sogar den höhenverstellbaren Schreibtisch nicht einmal in Stehhöhe gebracht zu haben.

Nun ist es so, dass dieses Beispiel überhaupt nicht abwegig ist. Ich beobachte in meinem Bewegungsförderungsprojekt immer wieder, dass alte Gewohnheiten sprichwörtlich festsitzen und Veränderungsprozesse erschweren, obwohl die Motivation zur Veränderung meist groß ist.

Deshalb habe ich mich an Experten in Sachen Verhaltensänderung und Zielerreichung gewandt, meine Kollegen Daniel Preuß und Prof. Dr. Wolfgang Knörzer. Mit ihrem Heidelberger Kompetenztraining zur Förderung mentaler Stärke haben sie bereits zahlreiche Menschen auf dem Weg zu erfolgreichen Zielrealisierung begleitet.

Chiara: Daniel, was meinst du, warum ist es so schwer Verhalten zu ändern und was kann man tun, dass es leichter fällt?

Daniel: Zunächst einmal eine gute Nachricht für alle, die sich in dieser Geschichte wiedererkannt haben: Keine Sorge, es ist völlig normal, dass es Zeit braucht, etablierte Gewohnheiten, wie das Sitzen zu ändern. Das lässt sich mit der effizienten Funktionsweise unseres Gehirns erklären. Es sorgt dafür, dass manche Dinge automatisiert, also gewohnheitsgemäß ablaufen, damit wir unsere volle Aufmerksamkeit den aktuell wichtigen Dingen zuwenden können. Wir setzen uns daher automatisch und ohne nachzudenken hin und konzentrieren uns stattdessen voll und ganz auf die Arbeit und nicht auf unsere Körperhaltung. Alle Tätigkeiten, die nicht unbedingt unsere Aufmerksamkeit erfordern, werden quasi im “Autopilot” erledigt. Um aus der gewohnten Sitzroutine in einen bewegteren Büroalltag zu kommen, bedarf es daher unserer vollen Aufmerksamkeit. Und genau hierbei unterstützen wir. Mit unseren Videotutorials kann man Strategien zur erfolgreichen Verhaltensänderung lernen. Dazu gehört zum Beispiel, dass ich mir ein klar definiertes Ziel setze und überlege, wie ich auf dem Weg dahin mögliche Barrieren und Stolpersteine überwinden kann.

1. Warum ist es so schwer, Verhaltensweisen zu ändern?
2. Warum sollte man seinen mentalen Prozessen Aufmerksamkeit schenken?
3. Was muss ich beachten, wenn ich Gewohnheiten verändern möchte?
4. Wie verhindere ich es, in alte Muster zurückzufallen?
5. Wie entwickle ich ein Ziel?
Chiara Dold, Team, Transfer Together
Chiara Dold

Chiara bringt Bewegung ins Büro: Sie entwickelt ein webbasiertes Toolkit, das Unternehmen dabei unterstützt, leichte körperliche Aktivität in den Arbeitsalltag zu integrieren. Zu Chiaras Projektseite und dem Projekt Kopfstehen.

Daniel Preuß, Team, Transfer Together
Daniel Preuß

Gesund durch mentale Stärke: Daniel verbreitet das Konzept des Heidelberger Kompetenztrainings (HKT) in der Region. Durch den regen Austausch entwickelt er ihre Methoden stetig weiter. Zu Daniels Projektseite.

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Comments (4)

[…] The first step towards successful change is The first step towards successful change is to set precise and realistic goals. […]

Es wäre schön wenn der Arbeitgeber für Aktivitäten in der Firma sorgen würde. Bewegung liegt in der Natur des Menschen und sitzen kann dann auch Stress sein, für den Körper.

Die Lautstärke ist auch ein großes Thema.

Veränderungen im Leben sind immer mit Arbeit verbunden und wenn einem die Kraft fehlt , durch Verlust oder Geldsorgen
braucht es viel Mut Dinge zu verändern.

Danke
Elfi

Liebe Elfi,
danke für deinen Kommentar. Stimmt absolut – Veränderung braucht Mut und an der Gesundheit wird bei knappen Ressourcen oft zuerst gespart, das ist ja auch für viele Arbeitgeber durchaus ein Problem.

Schau doch mal auf http://www.leichtbewegtarbeiten.de vorbei. Dort haben wir ein komplett kostenloses Programm zur Bewegungsförderung am Arbeitsplatz hinterlegt. Es ist so gestaltet, dass Laien in Unternehmen das Programm für ihr eigenes Arbeitsteam durchführen können. Gute Argumente für die Führungsebene haben wir beigefügt. Damit braucht es erstmal kein Geld und nur ganz wenig Mut, um in einen aktiveren Arbeitsalltag zu starten. Vielleicht probierst du es mal aus? Über Feedback würde ich mich freuen.

Alles Gute und viele Grüße
Chiara

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