SEHNSUCHT NACH EINEM SONNENPLATZ

 

Natur, Ökogarten, PH Heidelberg, BNE
Frische Luft, Freiheit, Feldsalat – einen kleinen, privaten Sonnenplatz wünschen wir uns doch alle. Kein Wunder: Das heimische oder öffentliche (oder hochschulische) Fleckchen Grün verschafft uns allen etwas Ruhe und Frieden, besonders in unruhigen Zeiten. Eine österreichische Initiative will nun gemeinsam mit Sabrinas Teilprojekt Outdoor Education für mehr grüne Gartenflächen in der Region sorgen.

So geht es auch mir. Hinter mir liegen sechs Monate Homeoffice. So schön es auch ist, morgens etwas länger schlafen zu können, weil die Fahrtwege wegfallen und Meetings via digitale Tools abgehalten werden, so fehlt mir doch der direkte Austausch mit meinen Kolleginnen und Kollegen, die Bewegung im Arbeitsalltag und der Umgang mit Studierenden oder Projektpartnerinnen und -partnern. Ich freue mich immer sehr, wenn Abwechslung in meinen Homeofficealltag einkehrt. Sei es durch persönliche Besprechungen mit meinem Team am Arbeitsplatz, durch Veranstaltungen wie Feldspaziergänge oder die Arbeit im Ökogarten.

Gartenarbeit als willkommene Abwechslung

Gartenarbeit zählt eigentlich nicht zu meinen Aufgabenbereichen. Trotzdem übernahm ich in der letzten Zeit viele Aufgaben im Garten und war dankbar darüber. Sonne tanken, sich bewegen und dabei den Rücken auf ganz andere Weise mal wieder belasten. Früchte wie Kirschen, Himbeeren und Stachelbeeren naschen, Kräuter wie Rosmarin, Thymian und Basilikum zum Würzen des abendlichen Barbecues zusammenstellen und sich an heißen Tag ein bisschen vom Rasensprengen mit Wasser betröpfeln zu lassen, gehören zu den angenehmen Nebeneffekten der Gartenarbeit.  Unkraut jäten, Hecken schneiden, Kompost umschichten, sind eigentlich keine allzu beliebten Arbeiten. Doch wenn man in die Gesichter aller Beteiligten schaut, so scheint jeder glücklich über die Abwechslung, die Handlungsaktivität und das „Er-schaffen“ mit den eigenen Händen zu sein.

Arbeit im Freien schafft gute Laune

Langsam aber sicher verstehe ich, warum Gartenarbeit oft zur Therapie psychischer Erkrankungen angewandt wird. Man ist dabei ganz bei sich, kann nachdenken oder auch einmal den Kopf ausschalten, kann sich auspowern, kann der Natur bei Wachstum, Wandel und Vergänglichkeit zuschauen und sich als erschaffenden Teil eines Ganzen fühlen.

Manche Sonnenplätze sind hart umkämpft.

Auch sozial hat Gartenarbeit viel zu bieten. Oft sind Gartenprojekte nur in Zusammenarbeit zu bewältigen. In den Pausen und nach getaner Arbeit können angebaute Produkte zubereitet werden oder sich einfach die Sonne auf einer Decke oder im Liegestuhl auf den Bauch scheinen lassen. Da hat man doch gleich viel bessere Laune.

Das Vorhandensein und die Nutzung eines Gartens hat neben dem Aufwand viele positive Seiten, die in meinen Augen die Kosten-Nutzen-Waagschale deutlich zugunsten des Nutzens ausschlagen lassen.

Natur im Garten – eine österreichische Bewegung

Das sieht auch die österreichische Bewegung „Natur im Garten“ so. Ein Garten ist ein Erholungsraum für Körper und Geist. Zudem kann hier jeder Mensch einen Beitrag zum Umwelt-/Naturschutz leisten, indem er einen biologisch vielfältigen Garten mit heimischen Pflanzen anlegt, die wiederum Nahrung, Nist- und Brutplätze für heimische Tiere bieten.

Natur im Garten ist eine vom Land Niederösterreich getragene Bewegung, welche die Ökologisierung von Gärten und Grünräumen in Niederösterreich und über die Landesgrenzen hinaus vorantreibt. Die Kernkriterien der Bewegung „Natur im Garten“ legen fest, dass Gärten und Grünräume ohne Pestizide, ohne chemisch-synthetische Dünger und ohne Torf gestaltet und gepflegt werden. Es wird großer Wert auf biologische Vielfalt und Gestaltung mit heimischen und ökologisch wertvollen Pflanzen gelegt.

Die Initiative errichtet beispielhafte Schaugärten, verteilt Plaketten für öffentliche Einrichtungen aber auch Privatgärten und vermittelt fachliches Gartenwissen in Form von „Garten-Hacks“ online oder in Veranstaltungen.

Besuch des Ökogartens durch die Staatsekretärin Gurr Hirsch und der österreichischen Delegation

Auch Baden-Württemberg ist in die Bewegung „Natur im Garten“ eingebunden. Neben den Bodenseegärten und der Insel Mainau sollen in Zusammenarbeit mit der Staatssekretärin Friedlinde Gurr Hirsch vom Ministerium ländlicher Raum und Verbraucherschutz weitere Gärten von der Bewegung ausgezeichnet werden.

Am Freitag, den 17.07.2020 freute sich der Ökogarten der Pädagogischen Hochschule Heidelberg über den Besuch der Staatssekretärin mit einer österreichischen Delegation bestehend aus der Geschäftsführung von Natur im Garten Christa Lackner, Matthias Wobornik, dem Landesrat Martin Eichtinger sowie der Vertreterin der Gartenakademie Baden-Württemberg Jeanette Schweikert und weiteren Beteiligten.

Das Team Outdoor Education begrüßte zusammen mit dem Rektor der Pädagogischen Hochschule Hans-Werner Huneke die Besucherinnen und Besucher.

Nach einer ausführlichen Gartenbegehung und Zeit zum Austausch konnten neue Kontakt geknüpft werden. Durch den Anstoß der Kooperation, beteiligt sich der Ökogarten in Zusammenarbeit mit dem Ministerium nun an der Etablierung der Bewegung „Natur im Garten“ in der Metropolregion Rhein-Neckar.

Wir sind gespannt, was die Zusammenarbeit mit Natur im Garten für uns bereithält und freuen uns dabei zu helfen, dass noch mehr Menschen einen umweltverträglichen Sonnenplatz erschaffen können, um die Seele baumeln zu lassen.

Sabrina Frieß, Team, Transfer Together
Sabrina Frieß

Tausche Lehrbuch gegen Lorbeeren: Mit ihrem Teilprojekt Outdoor Education klärt sie über die biologische Vielfalt vor der eigenen Haustür auf. Zu Sabrinas Projektseite.

Verwandte Beiträge

Leave a comment